Wie beginne ich heute zu schreiben???

Noch nie habe ich mich so schwer mit einem "Nachfolgepost" getan wie heute.


Was mich letzten Mittwoch erzittern lies, war der Anruf einer Münchner Zeitung, die ein Interview über den "Verstorbenen" mit mir führen wollte. Keine Ahnung, wie die mich gefunden haben....Das Internet gibt einfach alles preis.

Es lässt sich leider nicht verhindern, dass ich das Eine oder Andere Mal an der Unglückstelle vorbei fahren muss. Jedes Mal verspüre ich einen Schauer. Es ist mir auch heute noch unbegreiflich, wie viele Leute zu diesem Schreckensort wandern.

Nächste Woche beginnt wieder die Schule. Der Enkel M... wird die ersten Tage sicher noch mit dem Schienenersatzbus fahren.

Auch wenn ich gedanklich noch nicht alles abhacken kann, werde ich wieder versuchen in die Normalität zu wechseln.

 Vorher steht uns aber erst nächste Woche ein schwerer Gang bevor.

Mit der Bitte meiner Nachbarin werde ich dieses Thema nun aber beenden.
Meine Nachbarin bat mich, falls sie sich in Zukunft wieder über Begebenheiten, die unwichtig und nichtig sind ärgert , soll ich sie sofort in die Bahnen weisen!!!

Es ist soooo vieles unwichtig, wenn man bedenkt, wie schnell das Leben vorbei sein kann.

Trotz allem möchte ich euch heute aber die kleine Tasche zeigen, die ich noch nachträglich für den Enkel M... genäht habe.
...
Das geht ja gar nicht, dass er sein Duschgeel so einfach in der Sporttasche liegen hat;grins
Der Enkel M... will nämlich nich tnur regelmäßig mit mir ins Studio gehen, nein.....er hat entdeckt, dass in Ottobrunn ein tolles Schwimmbad mit einem 5-Meter-Turm ist. Dahin darf ihn nun der Opa begleiten.




Schnitt: Ebook Sonnencremtasche Michaela von Farbenmix, Stickdatei Indian Summer von der Feenwerkstatt

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende
Barbara

Kommentare

Renate hat gesagt…
Liebe Barbara, ich bin entsetzt über Deinen Bericht. Aber in der Zwischenzeit ist das wohl schon *normal*. Für die Leute ist das eine Sensation. Echt traurig. Mein herzlichstes Beileid für den verlorenen Freund und den Vater. Fühl Dich fest gedrückt. Ein Trost sollte es sein, das ihr noch einmal schöne Stunden miteinander hattet. Ich fühle mit Euch. Liebe Grüße, Renate
mona hat gesagt…
Liebe Barbara,
ich habe auch am Dienstag fassungslos vom Zusammenstoß in den Nachrichten gehört und als Erstes nur gedacht wo die armen Menschen nur wieder hin gehören und wieviele Schicksale dahinter stecken. Gott sei dank waren ja noch Ferien - nicht auszudenken was dann gewesen wäre.
Die Sensationslust ist unter aller Sau - um es mal auf den Punkt zu bringen. Diese Gaffer - sie sollen glücklich sein nicht selbst zu den Betroffenen oder den Angehörigen zu zählen und keine Völkerwanderung an den Ort des Geschehens machen. Ich finde es unverantwortlich auch noch die Kinder mitzuschleppen - aber Hirn hat halt nicht jeder.
Ich hatte schon befürchtet daß jemand aus Deinem Umfeld betroffen ist - wie ich leider nun lesen muss sogar zwei Familien. Den betroffenen Familien wünsche ich viel Kraft um das Geschehene zu bewältigen.
Sei gedrückt
Monika aus München
knittingwoman hat gesagt…
liebe Barbara,
ich habe deinen Beitrag mehrmals gelesen und kann so gut verstehen, dass du dich gegen den Sensationstourismus wendest, ich habe das auch schon in nöchster Nähe erlebt, nicht Bahn, sondern ein Brand in einem Behindertenheim. Da fehlen mir die Worte. Aber als ich wusste, dass ein guter Freund von uns sterben wird, ja, auch wenns für manchen unverständlich ist, hab ich mich ins nähen gestürzt, vllt weil er oft gesagt hat, find ich super dass du das kannst. Ablenkung zu verschaffen, bedeudet noch lange nicht, dass man nicht ensprechend trauernd. Ich wünsch dir ganz viel Kraft die Beisetzungen durchzustehen, ihr seid eine starke Familie und ihr habt auch das Recht nach vorne zu blicken.
lg
knittingwoman