Wir sind traurig....

fassungslos  aber auch "sauer"

wer hat wohl nicht von dem Zugunglück gestern gehört:

Als wir gestern so kurz nach 7 Uhr sie Sirenen und ein Martinshorn nach dem anderen hörten haben wir uns noch nicht so viel dabei gedacht.

Leider wurden wir kurze Zeit später in ein tiefes Loch gezogen.

Ca. 1 Km Luftlinie von unserm Haus entfernt geschah das schlimme Unglück.

Es war arg deprimierend als im Minutentackt der Hubschrauber über unser Haus geflogen ist. Der Sanka fuhr ohne Unterlass.

Als wir dann erfuhren, dass ein lieber Bekannter von uns in dem besagten Zug saß, wurden wir unruhig. Leider war es nach einer Stunde traurige Gewissheit, dass er den Unfall nicht überlebt hat.

Ich weis nicht, wie oft ich die Nachricht gelesen habe, denn ich konnte und wollte es nicht glauben. Saßen wir doch am Montag Abend noch lustig zusammen. Haben gelacht und gesungen.

Mein Sohn war mit der Feuerwehr als Ersthelfer am Unglücksort. Als er am späten Nachmittag heim kam, war er nicht nur geschockt über das, was er gesehen hat.

Nein, er war zu tiefst erschüttert. Erschüttert über die Sensationslust der Neugierigen. In Scharren sind sie zum Ort des Entsetzen gewandert. Ein Verkehrsstau ohne gleichen. Mit Kinderwagen und Kindern an der Hand sind sie hin maschiert.

Die Reporter in Reihe und Glied mit den ganz Stativen und Kameras.

Am Abend dann der Gedenkgottesdienst in unserer Stadt.

Auch hier in der Kirche die Reporter, die ganz nah mit der Kamera an die Weinenden gezoomt haben.

Mit dem Handy sind die Leute in die Kirche und haben Bilder  geschossen.

Sorry, ich musste mir das alles von der Seele schreiben.
Soeben habe ich erfahren, dass noch jemand den Unfall nicht überlebt hat. Der Vater eines Schulfreundes von meinem Sohn ist in der Klinik seinen Verletzungen erlegen.

Wir hier sind alle so fassungslos und unendlich traurig. Wir sind aber alle, wie soll ich es beschreiben, erzürnt über das Verhalten der Schaulustigen.


Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, daß er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen -
denkt man und vergißt dabei,
daß nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin soweit.

Ist es auch schwer, ihn geh'n zu lassen,
den Menschen, der so nah uns stand,
wollen wir uns doch in Schweigen fassen:
Gott nahm ihn still an seine Hand.

(Autor unbekannt)

Werden wir in Kürze auf der Beerdigung auch belagert werden???

Barbara

Kommentare

la stella di gisela hat gesagt…
Oh, Barbara......ich bin auch total schockiert, seit ich es im Radio gestern in der Früh gehört habe. Es ist einfach nur traurig....
Lieben Gruß
Gisi
Mimzy`s Nähklimbim hat gesagt…
Ich habe es im Fernsehen gesehen und somit von der Kamerameute "profitiert" Ich kann die Berichterstattung schon verstehen, jedoch sind trauernde in der Kirche nicht berichtenswert, das ist wirklich geschmacklos, ebenso die Schaulustigen. Ich konnte noch nie nachempfinden wie sich manche Menschen an Unglücksorten ergötzen und die Rettungskräfte behindern. Dir und allen Angehörigen der verstorbenen mein aufrichtiges Beileid.

Fühl dich gedrückt

Liebe Grüße Silke
Nähoma moni hat gesagt…
Hallo Barbara, ich empfinde mit dir. Wir können es auch immer nicht fassen wie sensationslustig die Menschen sind. Schlimm auch, das sie ihre kleinen Kinder, die so etwas noch gar nicht verstehen und begreifen können, so einer Situation aussetzen.
Schlimm wenn Menschen dabei sind, die man (du und dein Sohn) persönlich kennt. Ich wünsche euch viel Kraft das alles zu verarbeiten.

LG

moni
Gertraud Zimmermann hat gesagt…
Furchtbar... Da kann man nichts Tröstendes sagen.....
Mein Herzliches Beileid an alle Betroffenen.... Und man schämt sich für die Rücksichtslosigkeit der Schaulustigen
Lg gertraud
einfach kreative sein hat gesagt…
Liebe Barbara,
auch ich bin schockiert, fahre ich doch auch täglich von Westerham nach Holzkirchen. Um etwas mitzubekommen wohne ich zu weit weg, aber die Hubschrauber habe ich gehört.
Erst als meine Kinder mich anriefen und fragten ob bei mir alles in Ordnung ist habe die schockierenden Nachrichten verfolgt.
Ich bin entsetzt und sehr traurig, man hat ja den einen oder anderen Fahrgast morgens an der Haltestelle gesehen, ich hoffe das alle das Unglück überlebt haben.

Dir möchte ich mein Beileid ausdrücken und deinem Sohn danken, er hat einen tollen Job gemacht und euch beiden wünsche ich, dass ihr das schreckliche Erlebnis gut verarbeiten könnt.
Deinen Post finde ich sehr ergreifend!
Lieben Gruß
Andrea
petra kannchen hat gesagt…
Liebe barbara,
das ist so Unfassbar traurig.Mein Mitgefühl ist mit Euch und euren Bekannten,die einen lieben Menschen verloren haben.Ich kann auch nicht die Sensationsgier der Leute verstehen.So etwas sollte mit Strafe geahndet werden.Und noch nicht mal in der Kirche die Leute in Ruhe lassen,einfach nur schrecklich.Da fehlen einem die Worte.
Ein stiller Gruß
Pippi
Bärbel hat gesagt…
Die Gaffer sind wirklich die Schlimmsten. Aber wehe, Ihnen passiert etwas, und die Rettungskräfte können sie nicht rechtzeitig erreichen - was ein Geschrei.
Ich kann das auch nie nachvollziehen, wie man dann hinmarschiert - dazu noch mit Kind und Kinderwagen.
Was für eine Sensationslust - furchtbar!
Viel besser sollte man sich um die Betroffenen kümmern und ihnen beistehen.

LG Bärbel